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6.
SMTP Service Extensions
Im Laufe der Jahre sind Anforderungen an E-Mail-Kommunikation gestiegen. Deshalb hat
man sich um eine Erweiterung von SMTP bezüglich der Kommandos und Funktionen
bemüht. Diese werden auch ESMTP genannt. Neu hinzugekommene Funktionen sind
abwärtskompatibel, so dass bereits existierende Implementationen nicht betroffen sind. Nutzt
ein Client die erweiterten Features, identifiziert er sich beim SMTP-Server mit dem
Kommando EHLO (statt HELO). Ist der Server zu den Erweiterungen kompatibel, antwortet
er mit einem mehrzeiligen Antwortcode 250, wobei jede Zeile ein Kennwort und ein
optionales Argument enthält. Die Kennwörter spezifizieren die SMTP-Erweiterungen, die der
Server unterstützt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass mit Einführung von ESMTP
Möglichkeiten geschaffen wurden, sich am Server zu authentifizieren, eine Übertragung jetzt
auch im 8-Bit ASCII Format stattfinden kann (8BITMIME) und verschlüsselte Verbindungen
zum Server ermöglicht wurden.
7.
POP Post Office Protokoll
Viele Anwender nutzen Internet über Wählverbindung. Diesem Umstand geschuldet benötigte
man ein Protokoll, welches den exklusiven Zugriff auf Mailboxen erlaubte um zeit- und
kostensparend eingetroffene E-Mails auf den Endbenutzerrechner herunter zuladen. Dieses
Vorhaben wird mittels POP realisiert. POP ist ebenso wie SMTP ein textbasiertes Protokoll,
das nach Aufbau einer TCP-Verbindung über Port 110 gesteuert wird. Nach
Verbindungsaufbau erhält der Client eine Begrüßungsmeldung vom Server. Die weitere
Kommunikation erfolgt über Kommandos (siehe Tabelle 3). Diese bestehen aus 3 oder 4
Zeichen langen Kennwörtern und einem bzw. mehreren Argumenten mit bis zu je 40 Zeichen.
Die Antworten enthalten einen Status-Indikator. Es wird unterschieden zwischen zwei Status-
Indikatoren: Positiv (+OK), Negativ (-ERR).
Die POP-Verbindung durchläuft mehrere Sitzungsstufen. Nach der Begrüßungsmeldung
beginnt der Authorization State. Erfolgt eine positive Benutzer-Identifizierung und
Authentifizierung geht die Sitzung in den Transaction State über. Jetzt werden die
Operationen zum Bearbeiten der Mails ausgeführt, bis der Client die Verbindungsauflösung
(QUIT) anfordert. Nun beginnt der Update State in dem der Server die TCP-Verbindung
beendet und die angeforderten Änderungen ausführt.
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